Oettingen

Das Historische Stadtfest in Oettingen war für den Landsknechtstross 1504 auch in diesem Jahr wieder ein besonderes Erlebnis und ein voller Erfolg. Bereits einen Tag vor Beginn des eigentlichen Festes reisten unsere Mitglieder an, um das Lager aufzubauen und alles für die kommenden Tage vorzubereiten. Mit insgesamt 35 Teilnehmerinnen und Teilnehmern konnten wir ein ansehnliches und lebendiges Lager errichten, das während der gesamten Veranstaltung zahlreiche Besucher anzog.

Schon vor der offiziellen Eröffnung des Festes stand ein besonderer Programmpunkt auf dem Plan. Am Vormittag fand ein Mittelalter-Projekttag für Schulen statt, an dem rund 1.500 Schülerinnen und Schüler teilnahmen. Die Kinder und Jugendlichen besuchten die verschiedenen Lagergruppen und Handwerker des Marktes und erhielten so Einblicke in das Leben vergangener Jahrhunderte und konnten viele Fragen stellen. Auch unser Landsknechtstross beteiligte sich gerne an diesem Vormittag. Die jungen Besucher zeigten großes Interesse an unserer Waffen- und Rüstkunde, der Ausrüstung und dem Alltag eines Landsknechtstrosses um das Jahr 1504. Für viele war es eine spannende Gelegenheit, Geschichte einmal nicht aus dem Schulbuch, sondern hautnah zu erleben.

Unser Schmied Simon verzauberte die jungen Wissbegierigen mit Schmiedekunst und gab dazu die eine oder andere Anekdote preis. Nicht zu vergessen unser Zubermeister, der jener Schülerschaft den Stellenwert des Badehauses in der Frühen Neuzeit näher erklärte.

Nach dem erfolgreichen Schülervormittag begann das eigentliche Festwochenende. Die historische Altstadt von Oettingen verwandelte sich erneut in eine beeindruckende Kulisse vergangener Zeiten. Besonders hervorzuheben war der wunderschöne und vielfältige Mittelaltermarkt. Zahlreiche Händler boten handwerklich gefertigte Waren, Gewandungen, Lederarbeiten, Schmuck, Holzarbeiten, Keramik und viele weitere Erzeugnisse feil. Die geschmückten Marktstände und das bunte Treiben sorgten für eine außergewöhnliche Atmosphäre, die Besucher wie Teilnehmer gleichermaßen begeisterte.

Ein weiterer Höhepunkt waren die großen Festumzüge durch die Innenstadt. Hunderte Mitwirkende aus unterschiedlichsten historischen Gruppen zogen in farbenprächtigen Gewandungen durch die Straßen. Musikanten, Landsknechte, Marketenderinnen, Artisten und viele weitere Darsteller boten den Zuschauern ein eindrucksvolles Bild vergangener Zeiten. Die Straßen waren gesäumt von zahlreichen Besuchern, die den Umzügen begeistert folgten und die besondere Stimmung genossen. Der Landsknechtstross 1504 nahm an den Umzügen teil und präsentierte sich mit Stolz vor dem Publikum.
Während der gesamten Festtage bildete unser Lager einen lebendigen Mittelpunkt des historischen Geschehens. Die Schauzelte waren liebevoll eingerichtet und vermittelten den Besuchern einen Eindruck vom Lagerleben zu Beginn des 16. Jahrhunderts. Besonders beliebt war unsere Lagerküche. Über dem offenen Feuer wurden täglich verschiedene Speisen zubereitet, deren Duft viele Besucher anlockte. Immer wieder blieben Gäste stehen, um den Köchen bei der Arbeit zuzusehen, die Schauzelte zu begutachten und die eine oder andere Information über das Leben als Landsknecht und die damalige Zeit einzuholen.

Die Begeisterung der Besucher über unser Lager war deutlich spürbar. Viele interessierten sich für die Ausstattung der Zelte, unseren Schmied und die alltäglichen Tätigkeiten im Lager. Zahlreiche Besucher lobten die authentische Darstellung und die freundliche Art, mit der wir Fragen beantworteten und Einblicke in das Leben unserer Vorfahren gewährten.
Auch innerhalb unserer Gruppe herrschte während der gesamten Veranstaltung eine hervorragende Stimmung. Das gemeinsame Kochen, Essen und Zusammensitzen am Abend stärkte den Zusammenhalt und sorgte für viele schöne Momente. Die gute Zusammenarbeit beim Aufbau, während der Festtage und schließlich auch beim Abbau zeigte einmal mehr, wie engagiert und kameradschaftlich unsere Mitglieder zusammenarbeiten.
Nach drei ereignisreichen Festtagen wurde das Lager wieder abgebaut. Trotz der damit verbundenen Arbeit überwog bei allen Beteiligten die Freude über ein gelungenes Wochenende. Die zahlreichen positiven Rückmeldungen der Besucher, die beeindruckenden Umzüge, der abwechslungsreiche Markt und die vielen interessanten Begegnungen machten das Historische Stadtfest in Oettingen zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Ein abschließendes Vorkommnis muss allerdings hier noch niedergeschrieben werden, damit es nicht in Vergessenheit gerät. Am Anfang des Abbaus holten alle Ihre Fahrzeuge, um von hinten an das Lager heranzufahren. Wir alle waren dann aber sehr verdutzt als wir ca. 50 m hinter dem Lager auf großen Betonformsteine stießen, die zum Schutz gegen Fahrzeug über die Festtage dort aufgestellt wurden.
Erst wussten wir nicht wie wir zum Lager fahren sollten und wollten schon drehen und es von der anderen Seite anfahren was lange Wartezeiten bedeutet hätte. Allerding versuchten wir es dann doch an eine ca. 2,8 m breiten Lücke neben einem Schild und einem Roller zwischen zwei Steinen durchzukommen. Hier zeigte sich wieder unser toller Gemeinschaftsgeist. Der Fahrer wurde in teilweise Millimeterarbeit von drei Mädels aus dem Tross durch die enge gelotst. So kam alle ca. 12 Fahrzeuge mit und ohne Anhänger prima, ohne Schäden durch und wir waren danach, trotz vorheriger Sorge gut gelaunt und voll des Jubels und der Euphorie, für jeden Fahrer sowie natürlich für die hervorragende Einweiser Arbeit unserer Marketenderinnen.

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